Beim Kochkurs: Ayurvedische Küche und Tempelfeste

Ich habe von der Dolmetscherin erfahren, dass es einen besonderen Kochkurs mit Narahari Mataji gibt. Daraufhin habe ich uns dafür angemeldet. Der Kurs beschäftigt sich mit der ayurvedischen Küche, in der Narahari Mataji als Expertin gilt, insbesondere darin, Gerichte zuzubereiten, die Naraharis Gaumen erfreuen. Das wird für uns ein ganz besonderes Erlebnis. Am 7. Dezember ist es soweit.

So ist das Küchensstudio nicht weit vom Zuhause in Passau.

Als wir das Küchenstudio betraten, kam Narahari auf uns zu, begrüßte uns herzlich mit einem „Namaste“ (Verbeugung dir) und einem freundlichen Lächeln und zeigte stolz ihr indisches Gewand. Bevor wir mit der Zubereitung der Speisen beginnen konnten, mussten wir uns die Hände waschen. Gemeinsam mit den fünf anderen Teilnehmern begannen wir dann, die Mahlzeiten vorzubereiten und zu kochen.

Narahari berichtete uns von ihrer Familie, die vor 50 Jahren nach England und später nach Deutschland zog, wo sie verschiedene Tempel besuchten und schließlich im Bayerischen Wald lebten. Sie erzählte auch von einem Kochkurs, der sich mit ayurvedischer Ernährung beschäftigt.

Die ayurvedische Küche basiert auf natürlichen Zutaten und Gewürzen, die darauf abzielen, das Gleichgewicht von Körper und Geist zu fördern. Sie berücksichtigt die individuellen Bedürfnisse, die sich aus den drei Doshas (Vata, Pitta, Kapha) ergeben.

Wesentliche Punkte

  • Ghee wird verwendet, um die Verdauung zu unterstützen.
  • Gewürze wie Kurkuma, Hing und Kreuzkümmel tragen zur Gesundheit bei.
  • Während des Kochens sollte auf Geschmacksproben verzichtet werden, um die Reinheit der Speisen zu bewahren.

Empfehlungen

  • Frische und biologisch angebaute Zutaten verwenden.
  • Rezepte an die individuellen Doshas anpassen.

Gewürze und ihre gesundheitlichen Vorteile
In der ayurvedischen Küche spielen Gewürze eine zentrale Rolle und bieten zahlreiche gesundheitliche Vorteile.

Wesentliche Punkte

  • Kurkuma hat antiseptische Eigenschaften und reinigt das Blut.
  • Hing hilft, das Gleichgewicht der Luft im Körper zu regulieren.
  • Senfkörner und Kreuzkümmel fördern die Verdauung.

Empfehlungen

  • Gewürze sollten in Maßen verwendet werden, um die gewünschten Wirkungen zu erzielen.

Im Rahmen des Rezeptplans standen Gemüse-Samosas, Basmati-Reis, Mung Daal sowie ein Chutney aus Äpfeln, Erdbeeren und Bananen auf dem Programm. Die Teilnehmer waren aktiv in den Kurs eingebunden, indem sie beim Schneiden, Kneten des Teigs und Kochen halfen. Diese Vielfalt sorgte für ein abwechslungsreiches Erlebnis. Eine Gebärdensprachdolmetscherin übersetzte für uns die Gespräche, sodass jeder die Inhalte gut nachvollziehen konnte.

Gemüse Samosas

Für die Zubereitung der Gemüse-Samosas werden gekochte Kartoffeln und gehackte Sellerieblätter miteinander vermengt. Anschließend fügt man eine Auswahl an Gewürzen hinzu und mischt alles gründlich. Besonders interessant war, dass Narahari keine Messlöffel verwendete, sondern die Zutaten mit der Hand schätzte, ungefähr so viel wie ein Teelöffel. Sie erklärte, dass die Menge, die hinzugefügt wird, durch göttliche Inspiration bestimmt wird, ohne dass eine genaue Gewichtsmessung notwendig ist.

Die Zubereitung erfolgt, indem ein flacher, runder Teig mit der Kartoffelfüllung gefüllt und anschließend gut versiegelt wird. Die Samosas werden dann für etwa 25 Minuten bei 180 Grad im Ofen gebacken, bis sie goldbraun und knusprig sind.

Basmati Reis

Für die Zubereitung des Basmati-Reises waschen Sie den Reis gründlich und lassen ihn abtropfen. In einem Topf erhitzen Sie etwas Ghee (Bratbutter) und rösten den Reis für etwa eine Minute an. Anschließend fügen Sie die doppelte Menge Wasser hinzu und lassen alles zum Kochen bringen, bis der Reis gar und die Flüssigkeit aufgenommen ist.

Mung Daal

Mung Daal sind sehr kleine Linsen, die zuerst gründlich gewaschen werden. Anschließend wird die dreifache Menge Wasser hinzugefügt und zum Kochen gebracht. In einer separaten Pfanne wird Ghee erhitzt, in das eine Vielzahl von Gewürzen, einschließlich schwarzem Salz, gegeben wird, das ich zuvor noch nie gesehen habe. Diese Mischung wird dann mit den gekochten Mung Daal vermengt und zusammen mit dem heißen Reis serviert.

Apfel und Banane Churney

Die Äpfel, Erdbeeren und Bananen werden in Stücke geschnitten und in einem Topf mit etwas erhitztem Ghee angebraten. Anschließend fügt man eine Auswahl von Gewürzen, braunem Zucker und Kurkuma hinzu. Die Mischung wird so lange gekocht, bis die Früchte weich sind. Dieses fruchtige Chutney kann dann zusammen mit dem Reis, Daal und den Samosas genossen werden.

Die Bemerkung:

Wichtig ist, dass die ayurvedischen Prinzipien in der Ernährung beachtet werden. Ayurveda legt Wert auf eine ausgewogene Kost, die frei von Fleisch, Fisch und Eiern ist, um die Gesundheit des Körpers zu fördern.

Schlüsselpunkte:

  • Vermeidung von Fleisch und tierischen Produkten.
  • Verwendung von Gewürzen zur Unterstützung der Verdauung.
  • Fokus auf pflanzliche Lebensmittel und Eintöpfe.

Beten nach Krishna Hara

Nachdem alle Töpfe gekocht und auf den Tisch gestellt wurden, erklärte Narahari, dass es wichtig ist, vor dem Mahalesen zu beten, indem man Krishna Hara anruft. Mit dem kleinen Glockenläutchen am linken Finger sang sie das Krishna Hara Mantra. Es ist entscheidend, deinen Geist zu kontrollieren, da er dich oft dazu verleitet, impulsive Entscheidungen zu treffen – sei es, etwas zu tun, danach zu suchen oder es zu konsumieren. Du solltest nicht dem Geist dienen, sondern ihn beherrschen und selbst entscheiden, was du tun willst.

Es gibt viele Mantras, doch das bedeutendste unter ihnen ist das Hare Krishna Mahamantra. Der Begriff „Maha“ bedeutet „groß“, und das Hare Krishna Mahamantra ist das Hauptmantra, aus dem viele andere Mantras hervorgehen. Man kann es sich wie einen Baum vorstellen: Wenn du Wasser an die Wurzeln gibst, nährt das den gesamten Baum. So ist es auch mit Gott, der einen einzigen, universellen Namen hat, aber viele verschiedene Bezeichnungen trägt. Wenn du den heiligen Namen Gottes rezitierst, erfährst du eine tiefere Verbindung zu ihm.

Dieses Mantra umfasst drei wesentliche Aspekte: Erstens danken wir Gott für all das, was er uns gegeben hat, was es uns ermöglicht, mit Liebe und Gnade zu kommunizieren. Liebe spielt eine zentrale Rolle in unserem Leben – ohne sie wäre nichts denkbar. Eltern lieben ihre Kinder, Partner lieben einander, und letztlich leben wir in einer Beziehung zu Gott. Diese Liebe ist unsere größte Freude und führt uns zur Ewigkeit.

Durch das Rezitieren von Mantras kannst du deine Hingabe an Gott ausdrücken. Du kannst sagen: „Oh, ist das nicht Gott?“ und „Oh, ist dies Gott?“, doch wenn du den heiligen Namen Gottes kennst, erkennst du, dass du Teil dieser göttlichen Verbindung bist. Das Hare Krishna Mahamantra lautet: „Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna Krishna, Hare Hare, Hare Rama, Hare Rama, Rama Rama, Hare Rama.“ Jeder kann daran teilnehmen und sich mit diesem Mantra verbinden.

Gott ist eine ewige Energie, immer frisch und lebendig. Es ist wichtig, Gott in all seinen Namen zu erkennen, sei es Adi Krishna, Jehova oder Jesus Christus. Die Weisheit liegt darin, dass wir alle gleich geboren wurden, unabhängig von unserer Herkunft.

Wir beten zu Gott und bitten darum, aus schwierigen Situationen befreit zu werden. Das Rezitieren heiliger Namen kann helfen, Herausforderungen zu überwinden. Doch oft vergessen wir nach der Befreiung und lassen uns von materiellen Dingen ablenken. Es ist entscheidend, in jedem Moment glücklich zu sein, unabhängig von äußeren Umständen.

Dieser Zyklus von Wut und Leiden, der über Jahrtausende hinweg besteht, ist endlos. Wir durchlaufen verschiedene Leben – manchmal als Mensch, manchmal als Tier. Die Karma-Gesetze bestimmen unsere Erfahrungen und Herausforderungen. Daher solltest du dein Verhalten überdenken und dich auf positive karmische Handlungen konzentrieren.

Das Essen hat uns sehr gut geschmeckt, auch wenn es für uns etwas ungewöhnlich war, da keine tierischen Produkte und kein Fleisch verwendet wurden.

Nach dem Essen waren wir richtig satt und unser Bauch fühlte sich voll an. Es ist eine interessante Tradition, eine Hand zu reichen, um die besonderen Gewürze, wie Anis und andere, zu mischen. Anschließend kann man die Mischung mit der Zunge abschlecken, was gut für die Verdauung und gegen das Völlegefühl sein soll. 

Es war ein ganz neues Erlebnis für uns, an diesem kulinarischen Kochkurs teilzunehmen. Es war äußerst interessant, und ich kann euch nur empfehlen, den Kochkurs mit Narahari zu besuchen. 

Wenn ihr Narahari kennenlernen und am Kochkurs teilnehmen möchtet, könnt ihr euch anmelden. Sie ist oft im Zentrum von Passau unterwegs und fällt sofort auf – die Frau im indischen Gewand. Insgesamt war der Kochkurs einfach top!

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