Meine erste politische Aktivität: Barrierefreiheit in Passau verbessern

Seit 17 Jahren lebe ich in Bayern und habe festgestellt, dass es in Passau an Barrierefreiheit mangelt. Viele Menschen sind sich nicht bewusst, welche Kommunikationsbedürfnisse hörgeschädigte Menschen in Passau und der Umgebung haben. Daher war es für mich eine lange und mühsame Suche, um geeignete Lösungen zu finden. Als die Sozialarbeiterin nach Österreich zog, wurde mir erneut bewusst, wie unzureichend die Barrierefreiheit hier ist, besonders im Vergleich zu größeren Städten wie München, Nürnberg, Berlin oder Hamburg.

Im vergangenen Jahr trat ich der CSU, CSA, CSUnet und dem Forum für Menschen mit Behinderungen bei. Dort konnte ich an zahlreichen politischen Veranstaltungen und Schulungen der Hanns-Seidel-Stiftung teilnehmen und wertvolle Erfahrungen sammeln. Zudem stellte ich fest, dass es kaum Gebärdensprachdolmetscher gibt – lediglich einen Einzigen war verfügbar. Ich knüpfte auch Kontakte zu Politikern, um gemeinsam gute Lösungen zu finden. Es war mir wichtig, nicht nur mich selbst, sondern auch die Schwerbehindertenvertreter aktiv einzubeziehen.

Ich besuchte Weiterbildungen für Schwerbehindertenvertreter und nahm Kontakt zu mehreren Vertretern auf. Schließlich sprach ich mit zwei CSU-Stadträten Georg Steiner und Prof. Holm Putzke kommunizierte über einen Ferngebärdensprachdolmetscher. Der CSU-Politiker Holm Putzke bat mich, einen Fünf-Punkte-Plan zur Verbesserung der Barrierefreiheit in Passau zu erstellen. Eifrig arbeitete ich an diesem Plan und schickte ihn ihm zu.

Wir vereinbarten, dass Herr Putzke, der selbst CSU-Stadtrat Passau ist, am 1. März den Gehörlosenverein „Dreiflüsse“ e. V. Passau besuchen wird, um gemeinsam Fotos zu machen. Ich initiierte außerdem eine Petition zur Barrierefreiheit in Passau, die von vielen unterstützt wurde. Bei seinem Besuch im Verein sprachen wir ausführlich über die Situation hörgeschädigter Menschen in Passau und die bestehenden Barrieren. Er hörte aufmerksam zu, während die Dolmetscherin alles übersetzte. Er plant, über diese Thematik einen Zeitungsartikel zu veröffentlichen und im Stadtrat zusammen mit der Petition und dem Fünf-Punkte-Plan vorstellig zu werden. Ich bin gespannt, wie sich die Situation weiterentwickeln wird.

Auszug aus der PNP vom 8. März 2025: 

Eine Petition an die Stadt, den Landkreis und den Landtag wurde verabschiedet, um verstärkte Maßnahmen zur Inklusion zu fordern.

Der nächste Schritt

Ich möchte, dass kirchliche Einrichtungen, ebenso wie öffentliche Einrichtungen wie Museen und Galerien, mehr Barrierefreiheit bieten. QR-Codes könnten so etwa an verschiedenen Stellen in Kirchen platziert werden. Nach dem Scannen eines QR-Codes könnte ein Gebärdensprach-Video angezeigt werden, das nicht nur für hörgeschädigte Menschen in Passau und der Umgebung von Nutzen wäre, sondern auch für viele Touristen aus verschiedenen Ländern. Darüber hinaus hätten auch hörende Menschen die Möglichkeit, Gebärdensprache zu erlernen. Dies würde die sprachliche Vielfalt in Passau fördern. Schließlich leben wir im 21. Jahrhundert.

In Zukunft strebe ich an, eine Normalität zwischen hörenden und hörgeschädigten Menschen zu schaffen. An diesem Ziel arbeite ich intensiv.

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..