Die Museumführung mit Gebärdensprachedolmetscherin

Am Tag des Museums wurde heute allen Besuchern freier Eintritt gewährt. Um 15 Uhr fand eine Führung mit einer Dolmetscherin statt. Es waren vier Personen anwesend, was für den Anfang eine gute Resonanz darstellt. Ein großer Schritt in Richtung Barrierefreiheit für alle Menschen wurde ebenfalls gemacht. Während die Museumsführerin sprach, übersetzte die Dolmetscherin einwandfrei für uns. Wir waren alle sehr aufmerksam und folgten der Führung gespannt. Viele von uns hatten zahlreiche Fragen zu den ausgestellten Exponaten.
Thema
Die Vorlesung bietet einen umfassenden Einblick in die facettenreiche Geschichte des Römischen Reiches. Sie behandelt Themen wie die verschiedenen Grenzsysteme und Bauarten sowie deren nachhaltigen Einfluss auf Sprache, Kalender und den Alltag. Anhand von Fallstudien, wie der in Passau, und archäologischen Funden werden diese Aspekte anschaulich dargestellt. Darüber hinaus wird auf moderne Rekonstruktionsmethoden und digitale Visualisierungstechniken eingegangen. Abschließend gibt es Hinweise auf Veranstaltungen, die zur weiteren Erkundung der römischen Geschichte einladen.
Kernaussagen
- Anwesenheitskontrolle zu Beginn der Veranstaltung 4 Personen anwesend.
- Einführung und Begrüßung im Römermuseum Boiotro inklusive einer kurzen Führung.
- Darstellung des Römischen Reiches in seiner größten Ausdehnung mit einer Karte, die die Grenzen in Europa, Asien und Nordafrika zeigt.
- Erklärung der unterschiedlichen Grenzsysteme: Holz- und Steinmauern mit Türmen, Flussgrenze (Donau) und Zollgrenzen.
- Erläuterung der regionalen Bauweisenunterschiede: durchgehende Mauer im germanischen Bereich, weniger befestigte Grenzen in Nordafrika und variierende Grenzführungen in China.
- Detaillierte Fallstudie Passau: Drei unterschiedliche römische Grenzen und vier erhaltene Bauwerke werden vorgestellt.
- Erhaltung römischer Bausubstanz durch mittelalterliche Eingriffe, z.B. ein Haus, das auf einer römischen Mauer errichtet wurde.
- Ausführliche Beschreibungen zur Rekonstruktion und Erhaltung historischer Bauwerke, wie nachgebaute Strukturen in Karnuntum.
- Hinweis auf das zufällig entdeckte Ausgrabungsfundstück des Castell Boiotro.
- Ankündigung einer Veranstaltung: Welterbefest mit Römern am 1. Juni mit kostenlosem Eintritt.
Highlights
- „Interessant ist, was uns die Römer noch hinterlassen haben; es sind nicht nur Mauern und Scherben, sondern auch viele Dinge in unserem Alltag, die uns weiterhin prägen.“
- „Seit Jahrhunderten sind wir eine Mischung aus allem, es gibt keinen reinrassigen Germanen mehr.“
- „Das Recycling der Steine zeigt, dass die Baukunst damals sowohl nachhaltig als auch ökonomisch war.“
Kapitel & Themen
Römische Grenzsysteme und Bauarten
Der Vortrag beschreibt ausführlich, wie die verschiedenen Arten der Grenzziehung im Römischen Reich umgesetzt wurden. Grenzen waren nicht nur Linien auf Karten, sondern physische Bauwerke, die je nach Region anders interpretiert wurden – von durchgehenden Mauern in Germanien bis hin zu Flussgrenzen und Zollbefestigungen, wie in Passau.
Schlüsselpunkte
- Unterschiedliche Grenzsysteme: Mauer, Flussgrenze (Donau) und Zollgrenze.
- Durchgehende Mauern im germanischen Bereich im Vergleich zu weniger befestigten Regionen wie Nordafrika.
- Passau als Beispiel: Drei verschiedene Grenzsysteme, einschließlich einer Grenze zwischen Noricum und Raetien und einer Zollgrenze.
- Erklärung Der Vortrag zeigt, dass die Grenzziehung im Römischen Reich vielfältig war. Entlang der roten Linie auf der Karte wurden verschiedene Bauweisen und Materialien verwendet, um die Grenzen zu sichern. In Passau sind diese Unterschiede besonders sichtbar, da dort römische Bauten aus verschiedenen Epochen erhalten sind.
Römischer Einfluss auf Alltagskultur und Sprache
Der Vortrag verdeutlicht, wie stark die Römer unseren Alltag bis heute beeinflussen. Der römische Kalender und das Alphabet, die ihren Ursprung in der römischen Kultur haben, sowie die Übernahme von Alltagsgegenständen zeigen den nachhaltigen Einfluss der Römer.
Schlüsselpunkte
- Die Monatsnamen stammen von römischen Göttern und Kaisern.
- Das Alphabet basiert auf den von den Römern verwendeten Großbuchstaben.
- Sprachliche Besonderheiten, wie die Ersetzung von J durch I und U durch V.
- Erklärung Der römische Einfluss reicht weit über antike Mauern hinaus und hinterlässt tiefe Spuren in unserem täglichen Leben. Vom Kalendersystem bis zur Sprache – viele Praktiken wurden von den Römern übernommen und weiterentwickelt.
Terra Sigillata und Römische Keramik
Die Herstellung, Verwendung und Bedeutung von Terra Sigillata, einer speziellen römischen Töpfereikunst, werden erläutert. Diese Keramik zeichnet sich durch ihre glatte Oberfläche und spezifische Herstellungsorte aus.
Schlüsselpunkte
- Herstellungstechniken und Unterscheidung zwischen alten und neuen Keramikstücken.
- Einsatz von Terra Sigillata zur präzisen zeitlichen Einordnung von Ausgrabungsschichten.
- Erklärung Terra Sigillata spielte eine bedeutende Rolle in der römischen Alltagskultur. Durch die genaue Analyse von Scherben können Archäologen exakte Datierungen der Schichten vornehmen und die Geschichte besser verstehen.
Römisches Militär und Auxiliartruppen
Die Organisation des römischen Militärs, insbesondere der Unterschied zwischen Legionären und Auxiliar-Soldaten, wird detailliert dargestellt. Legionäre hatten das römische Bürgerrecht, während Auxiliaren dieses Privileg nicht zukam.
Schlüsselpunkte
- Legionäre besitzen das römische Bürgerrecht, Auxiliaren nicht.
- 25 Jahre Militärdienst mit Lohn, Rationen und möglicher Landzuweisung.
- Strategische Verteilung der Hilfstruppen im gesamten Reich zur Kontrolle der Grenzen.
- Erklärung Auxiliartruppen waren essenziell für den Erhalt des Römischen Reiches. Sie wurden aus fernen Regionen rekrutiert und in Gebiete geschickt, in denen sie keine familiären Bindungen hatten, um Aufstände zu verhindern und die römische Kontrolle zu sichern.
Archäologische Rekonstruktion und Ausgrabungsmethoden bei Kastellen
Es wird erklärt, wie archäologische Techniken eingesetzt werden, um die ursprüngliche Struktur römischer Kastelle zu rekonstruieren. Dazu gehören die Ausgrabung von Gräben und die Identifikation von Türmen.
Schlüsselpunkte
- Erfassung und Interpretation von Gräben und Fundstellen.
- Dokumentation organisch zerfallener Baumstämme.
- Wiederverwendung von Steinen in späteren Bauwerken.
- Erklärung Archäologen gehen systematisch vor, um alte Bauwerke zu untersuchen. Fundstellen und Gräben werden ausgegraben, um Rückschlüsse auf den ursprünglichen Bauplan zu ziehen. Die digitale Visualisierung ergänzt den Prozess und bietet eine immersive Erfahrung.




Aufgaben und Vorschläge
- Teilnahme an der ‚Welterbefest mit Römern‘ am 1. Juni 2025, bei der kostenloser Eintritt angeboten wird.
- Interessierte Gruppen sollten eine Führung organisieren und alle Modalitäten rechtzeitig klären.
- Fragen und Interessen können zur Planung weiterer spezifischer Führungen genutzt werden; Interessenten sollten direkt Kontakt aufnehmen, um Termine abzustimmen.
Zum Schluß
Abschließend möchte ich sagen, dass endlich bedeutende Fortschritte in Richtung Barrierefreiheit gemacht werden. Unsere Kinder haben beobachtet, wie wir durch Gebärdensprache kommunizieren, und dies zeigt die wahre Vielfalt unserer Sprache. Ich hoffe, dass die Politik endlich aufhört, unnötige Ausreden wie den Mangel an finanziellen Mitteln vorzubringen. Es ist offensichtlich, dass dies oft nur Ausflüchte sind. Ich wünsche mir, dass in Zukunft alle Museen und kulturellen Einrichtungen verstärkt auf Barrierefreiheit setzen.





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