
Heute ist ein ganz besonderer Tag: Wir feiern das chinesische Neujahrsfest! Der Tag begann bereits mit einer schönen Geste, als mein Schwiegervater mir die traditionellen roten Briefe, die Hongbaos, schenkte.
Ein Vormittag voller Besuche
Schon am Vormittag kam die Familie der zweiten Cousine zu Besuch. Es ist Tradition, dabei Orangen oder Mandarinen auszutauschen, was wir natürlich gemacht haben. Ich habe den beiden kleinen, niedlichen Kindern unsere Cousine ebenfalls rote Briefe geschenkt. Die ganze Familie ist zusammengekommen, und die Gespräche drehten sich – wie so oft – um familiäre Sorgen, Gesundheit und finanzielle Themen.
Dank der App Live Transcribe konnte ich dieses Jahr alles genau mitverfolgen. Früher war es oft langweilig, wenn die Tanten oder die Oma erzählten und ich nichts verstand. Jetzt ermöglicht mir die moderne Technik, ein echter Teil der Unterhaltungen zu sein.
Traditionelles Essen und gute Wünsche
Am Nachmittag kam die nächste Cousine mit ihren Kindern (8 und 10 Jahre alt), und später stieß noch die Schwester meiner Frau dazu. Der Höhepunkt war das gemeinsame Essen nach chinesischer Tradition (Lo Hei). Dabei stehen alle um den Tisch, nutzen ihre Stäbchen, um das Essen gemeinsam so hoch wie möglich in die Luft zu ziehen, und rufen dabei laut Wünsche für Wohlstand, Glück und Reichtum.
Es war ein Tag voller Leben, Gespräche und tiefer Traditionen, den ich dank meiner App so intensiv wie noch nie erleben konnte.
Das war S für heute!
Die Erklärungen:
Hongbao:
Warum wir rote Umschläge verschenken
In der kommenden Zeit wirst du überall in Singapur diese leuchtend roten Umschläge sehen. Aber warum ist das so? Hinter dieser Tradition steckt eine Mischung aus uralten Legenden und tiefen Segenswünschen.
1. Die Macht der Farbe Rot
In der chinesischen Kultur steht die Farbe Rot für Glück, Energie und Wohlstand. Der Umschlag selbst ist eigentlich wichtiger als das Geld darin! Das Rot soll dem Empfänger Glück bringen und böse Geister abwehren.
2. Die Legende von „Sui“ (Yāsuì Qián)
Der offizielle Name für das Geld im Umschlag ist Yāsuì Qián (压岁钱), was übersetzt „Geld, um Sui niederzudrücken“ bedeutet.
• Laut Legende gab es einen Dämon namens Sui, der Kinder in der Neujahrsnacht erschreckte.
• Eltern gaben ihren Kindern acht Münzen in einem roten Papier, um sie zu schützen.
• Das Licht der Münzen vertrieb den Dämon. Heute symbolisiert der Umschlag diesen Schutz für die jüngere Generation.
3. Wer gibt wem?
Die Regeln für Hongbaos folgen einer klaren sozialen Struktur:
• Verheiratete an Unverheiratete: In der Regel geben verheiratete Paare Umschläge an Kinder, jüngere Geschwister und unverheiratete Verwandte.
• Kinder an Eltern: Als Zeichen des Respekts und der Dankbarkeit geben erwachsene Kinder ihren Eltern oft ebenfalls einen Hongbao.
• Arbeitgeber an Angestellte: Dies gilt als Bonus und Wunsch für ein erfolgreiches Geschäftsjahr (Sheng yi xing long).
4. Die „Goldenen Regeln“
• Keine ungeraden Zahlen: Beträge sollten immer gerade sein (außer der Zahl 4, die Unglück bringt). Die 8 ist die glücklichste Zahl, da sie für Reichtum steht.
• Neue Geldscheine: Man verwendet immer frische, glatte Scheine. Das symbolisiert einen sauberen Neubeginn.
• Mit beiden Händen: Ein Hongbao wird immer mit beiden Händen überreicht und angenommen – genau wie beim Lo Hei, wo man gemeinsam für das Glück arbeitet.
Was ist Lo Hei?
Wörtlich übersetzt bedeutet Lo Hei in Kantonesisch „hochwerfen“. Es handelt sich um einen bunten Salat aus feingeschnittenem Gemüse, rohem Fisch, verschiedenen Saucen und knusprigen Beigaben. Jede einzelne Zutat steht symbolisch für einen bestimmten Wunsch für das neue Jahr.
Der Ablauf: So funktioniert das Ritual
Das Besondere ist nicht das Essen selbst, sondern wie es zubereitet wird. Die ganze Familie – wie bei deiner 8-köpfigen Runde – stellt sich mit Stäbchen um den großen Teller auf.
1. Zubereitung: Die Zutaten werden nacheinander hinzugefügt, wobei man jeweils einen spezifischen Glückswunsch ausruft.
2. Der Toss: Auf ein Signal hin wirft jeder am Tisch die Zutaten mit den Stäbchen so hoch wie möglich in die Luft.
3. Das Chaos: Dabei wird laut geschrien – am häufigsten hört man ein donnerndes „Huat Ah!“.
4. Die Regel: Je höher man wirft und je mehr „Chaos“ auf dem Tisch landet, desto mehr Glück und Reichtum wird man im neuen Jahr haben.












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