Tag 8: Vom „Roten Lichttor“ zur modernen Kunst

Nach einem stärkenden Frühstück begann mein achter Tag mit einer Entdeckung, die Geschichte und modernen Chic perfekt verbindet: das Fullerton Bay Hotel. Wer hier nur eine Luxusherberge sieht, verpasst das Beste, denn das Hotel wurde direkt auf dem historischen Clifford Pier erbaut.

Maritime Seele und Nostalgie

Früher war dieser Ort als das „Rote Lichttor“ bekannt – der erste Berührungspunkt für fast alle Einwanderer, die über das Meer nach Singapur kamen.

Meine persönlichen Highlights am Clifford Pier:

Architektur: Die hohen weißen Bogenstreben im Inneren verleihen der Halle eine unglaubliche Weite, fast wie in einer Kathedrale.

Nostalgie: Eine rote Rikscha am Eingang erinnert an die Zeit vor den Wolkenkratzern und den schnellen Autos.

Feststimmung: Die vielen roten Lampions für das chinesische Neujahrsfest bilden einen tollen Kontrast zur historischen, weißen Architektur.

Auf dem Wasser und in der Welt der Kunst

Danach genossen wir eine 40-minütige Bootrundfahrt, bei der wir die futuristische Skyline mit dem Marina Bay Sands und dem schwimmenden Apple Store entspannt vom Wasser aus bewundern konnten.

Wieder an Land, spazierten wir an den Statuen von Sir Stamford Raffles vorbei direkt zur National Gallery.

Ein toller Tipp: Dank unserer Schwerbehindertenausweise erhielten wir die Eintrittskarten kostenlos.

Wir erkundeten die Galerie bis hinauf in den sechsten Stock und entdeckten faszinierende Werke, die die soziale Geschichte Singapurs erzählen:

• Georgette Chen – „Family Portrait“ (1954–1955): Ein beeindruckendes Ölgemälde, das eine eng verbundene Familie im Alltag zeigt.

• Chua Mia Tee – „National Language Class“ (1959): Dieses Bild zeigt Schüler beim Malaiisch-Unterricht und symbolisiert die Suche nach einer eigenen Identität nach der Kolonialzeit.

• Chua Mia Tee – „Epic Poem of Malaya“ (1955): Ein politisch aufgeladenes Werk, das einen jungen Mann zeigt, der vor einem Gewitterhimmel Gedichte vorliest.

• Chen Wen Hsi – „Gibbons“: Ein wunderschönes Wandbild mit den berühmten Affen-Motiven des Künstlers.

• Szenen der Arbeiterschaft: Weitere Bilder zeigen sehr realistisch die Lebensbedingungen der Arbeiterklasse in der Nachkriegszeit.

Ein besonderes Erlebnis waren die Klanggeräte: Bei diesen Installationen konnten wir die Töne so intensiv spüren, dass der ganze Körper vibrierte.

Abschluss in der Gemeinschaft

Nach einem Abstecher zur neugotischen St. Andrew’s Cathedral mit ihrer strahlend weißen Fassade und einem Bummel durch die City Hall Shoppes fuhren wir nach Hause.

Den Abend verbrachten wir ganz traditionell: Gemeinsam mit den Schwiegereltern besuchten wir meine Tante und ließen den Tag bei einem gemütlichen Abendessen ausklingen.

Das war S für heute!

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