Am 4. Mai 2024 trafen sich 33 ehemalige Schüler*innen, die zwischen 1971 und 1981 die Schulbank in der Samuel Heinicke Schule drückten, an dem Ort, an dem sie einst ihre gemeinsamen Abenteuer erlebten. Es war ein zauberhafter Moment des Wiedersehens, als sie alle zusammenkamen. Neben den 33 ehemaligen Klassenkameraden waren auch ihre Lebenspartner anwesend. Manche erkannten sich sofort wieder, während andere anfangs Schwierigkeiten hatten, sich zu erinnern. So viel hatte sich im Laufe der Jahre verändert. Der Tag begann bewölkt, doch später verwandelte sich das Wetter in einen angenehm sonnigen Tag.
Über Schule – Kurze Erklärung
Die Samuel-Heinicke-Schule in Leipzig, auch bekannt als Sächsische Landesschule mit dem Förderschwerpunkt Hören und dem Förderzentrum Samuel Heinicke, ist eine Förderschule, die sich auf die Bedürfnisse von hörgeschädigten Schülern spezialisiert hat. Sie wurde im Jahr 1778 von Samuel Heinicke gegründet und ist die älteste staatliche Gehörlosenschule der Welt.

Wir sahen auf dem Bild, das vor dem 2. Weltkrieg aufgenommen wurde, vollständig erbaute Gebäude. Nach dem 2. Weltkrieg wurde dieses Gebäude um etwa 1 Stockwerk reduziert….
Hier ist der Link mit weiteren Informationen zur Samuel Heinicke Schule Leipzig: https://dewiki.de/Lexikon/Samuel-Heinicke-Schule_(Leipzig)
Gemeinsames Fotografieren vor der Schule
Gemeinsam fotografieren wir ein Bild mit einer Gruppe, dann zwei Gruppen, danach vier Gruppen und schließlich gemeinsam mit den Partner*innen. Auf diese Weise zeigen wir alle unsere Fröhlichkeit und gute Laune, denn wir sind auch gesund. Manche Leute konnten nicht kommen, sie hatten ihre Gründe.




In der Schule rein.
Nachdem Herr Müller, Frau Rüdiger und Gabi Riedel uns begrüßt hatten, die das Treffen organisiert hatte, durften alle unsere ehemaligen Klassenkameraden und Partner*innen die Schule betreten. Wir schwelgten in Erinnerungen von damals und tauschten uns über die Gegenwart aus. Wir besuchten den Festsaal, die Klassenräume, den Computerraum – obwohl es den damals noch nicht gab -, die Flure, Treppenhäuser, die Sporthalle und noch viele andere Räume.
Die Erinnerung
Als ich an meine Schulzeit zurück dachte, wurde ich von den Erinnerungen überwältigt und fühlte den Drang, darüber zu schreiben.
Die Zeit zwischen Februar 1971 und Juni 1981 wird für immer in meinem Gedächtnis verankert bleiben. Es war eine Ära voller einzigartiger Erlebnisse und unvergesslicher Momente. Von Montag bis Samstag verbrachte ich meine Zeit im Internat der Schule, manchmal sogar für ganze zwei Wochen. Die Regeln waren streng und das Heimweh war stets präsent. Doch es gab auch viele wunderbare Augenblicke, die diese Zeit prägten.
Wir hatten zahlreiche Spiele, Arbeitsgemeinschaften und Kindergeburtstage. Wir feierten Pioniergeburtstage und nahmen an sozialistischen Veranstaltungen teil. Sportfeste, Radwanderungen und tägliche Fußball- und Volleyballspiele brachten uns Freude und Teamgeist.
Wir unterstützten zudem politische Freiheitskämpfer aus verschiedenen Ländern wie Angela Davis, Nelson Mandela, Luis Corvalan, Salvador Allende, Krieg in Nikaragua und El Salvador und auch im Vietnamkrieg gegen Amerika. Diese Solidarität war uns wichtig und gab uns ein Gefühl von Gemeinschaft und Zusammenhalt.
Ein besonderer Höhepunkt war das 200-jährige Jubiläum der Schule im April 1979. Besucher aus rund 100 verschiedenen Ländern kamen, um die Schule zu besichtigen. Die Veränderungen im Inneren der Schule waren beeindruckend. Wir waren fasziniert von den Besuchern aus aller Welt, die ihre unterschiedlichen kulturellen Kleidungen trugen. Leider durften wir damals nur verbal kommunizieren, da Gebärdensprache nicht erlaubt war. Dennoch hießen wir die Gäste herzlich willkommen.
Viele Besucher aus anderen Ländern waren neugierig darauf, was wir in der Schule lernten und welche Ausstattungen wir hatten, wie zum Beispiel Kopfhörer, Hörverstärkungen und Sporteinrichtungen. Es war eine aufregende Zeit voller Erinnerungen und prägender Erlebnisse.
In der Schule traten auch dunkle Schatten auf, da einige Erzieherinnen und Lehrer Gewalt gegen die Kinder ausübten. Wir waren nicht in der Lage, uns zu wehren, da uns der Wortschatz und die sprachlichen Fähigkeiten fehlten.
Die Räume, Treppenhäuser, Festsaal usw.








Die Bibliothek in der Schule und im Museum
Die Bibliothek und das Museum in der Schule üben eine enorme Faszination auf uns aus. Sie bieten nicht nur einen Einblick in die Historie und zeitgenössische Geschichte, sondern präsentieren uns auch eine Vielzahl an Lehrmethoden aus Vergangenheit und Gegenwart. Wir sind von dieser Vielfalt begeistert und können nicht genug davon bekommen.



Die Völkerschlachtdenkmal
Nach der Schule sind wir zu einem gemütlichen Restaurant in der Nähe des Völkerschlachtdenkmals gefahren. Dort haben wir zusammen etwas Leckeres gegessen und getrunken, bevor wir uns das beeindruckende Denkmal angesehen haben. Anschließend haben wir uns vor dem Völkerschlachtdenkmal für ein gemeinsames Foto aufgestellt.

Einige Menschen hatten den Wunsch, die Atmosphäre vor dem Völkerschlachtdenkmal zu genießen, während andere das Innere des Denkmals erkunden wollten. Eine weitere Gruppe entschied sich dafür, den Friedhof ihrer ehemaligen Klassenkameraden zu besuchen. Thorsten begab sich mit vier Begleitern zum Friedhof.

Danach sind wir zur Gaststätte „Schreber“ gefahren und haben dort leckere Speisen und Getränke genossen. Wir haben uns über verschiedene Themen wie Reisen, Arbeit und das Leben unterhalten. Viele von uns haben auch schwierige Zeiten gemeistert und wir haben unsere Erfahrungen ausgetauscht. Zum Abschluss möchten wir Gabi Riedel für ihre großartige Organisation danken. Es war einfach wunderbar.



Wir möchten betonen, dass es etwas Besonderes ist, dass einige unserer ehemaligen Klassenkameraden nicht dabei sein konnten. Sie haben ihre eigenen Gründe, die wir verstehen. Trotzdem senden wir herzliche Grüße an alle.






Hinterlasse einen Kommentar