Im November 2023 führte unser Unternehmen ein neues Lohnsystem ein. Als Maschinenbediener wurde ich überraschenderweise in die Lohngruppe C eingestuft, obwohl ich über umfangreiche Erfahrung an der Kantbank verfüge. Der Grund, so erklärte es der Arbeitgeber, sei, dass ich aufgrund meines Gehörverlusts nicht am teuren, großen Biegezentrum arbeiten könne. Diese Begründung hat mich zutiefst verwirrt und verletzt, da sie meine langjährige Erfahrung und Leistung in der Blechbearbeitung ignoriert und einzig auf mein Hörvermögen fokussiert.
In solchen Momenten frage ich mich, wie Menschen so gleichgültig über solche Themen sprechen können. In Gedanken kehre ich oft zu meinen beruflichen Anfängen zurück. Zwischen 1984 und 1988 arbeitete ich bei Stahl- und Walzwerk Riesa in der Abteilung Prozessautomatisierung. Dort war ich hauptsächlich als Fräser tätig, arbeitete mit sehr alten Maschinen und stellte Robotergreifer her. Zudem war ich in die Blechbearbeitung involviert, wo ich Mischpulte für die Industrie fertigte. Ich hatte umfassende Kenntnisse in der Berechnung von Radien und war versiert im Umgang mit Handhebelscheren sowie Blechscheren. Ich stellte Vorrichtungen eigenständig her und nutzte sie als Biegevorrichtungen, um Bleche zu biegen.
Nachdem ich aus familiären Gründen nach Plauen umgezogen war, arbeitete ich zunächst als Fräser. Kurz nach der Wende wechselte ich zur Blechbearbeitung, wo ich mit Blechschlagscheren und manuellen Handbiegemaschinen arbeitete. Zwei Jahre später wurde eine neue Kantbankmaschine eingeführt, an der ich in den folgenden 19 Jahren hauptsächlich Stufen und Podeste sowie Innenwangen fertigte. Diese Arbeit war anspruchsvoll und erforderte den Einsatz von Kränen, da die Innenwangen über 100 kg wogen.














Im Jahr 2008 zog ich nach Rotthalmünster und begann dort als Kantler zu arbeiten. Trotz meiner Schwerbehinderung habe ich zahlreiche Überstunden geleistet und Nachtschichten übernommen. Ich habe mich bemüht, meine jüngeren Kollegen zu unterstützen und ihnen beizubringen, wie man korrekt kantet, insbesondere in Bezug auf die Reihenfolge der Arbeitsschritte.
Herr Sch__ bot mir schließlich eine Ausbildung an der neuen Kantbank an, die ich sofort annahm. Ich bestand darauf, dass ein Gebärdensprachdolmetscher anwesend sein sollte, um sicherzustellen, dass ich die neuen Programme vollständig verstehen konnte. Die Ausbildung verlief erfolgreich.
Nach einiger Zeit wurde ein weiteres, teures Biegezentrum in unserem Unternehmen eingeführt. Aufgrund meines Gehörverlusts wurde mir jedoch untersagt, dort zu arbeiten. Dies führte dazu, dass ich in eine niedrigere Lohngruppe eingestuft wurde als meine Kollegen. In Zusammenarbeit mit einer Vertreterin der IFD Deggendorf und den Vorarbeitern wurde die Situation diskutiert. Nach intensivem Lernen durfte ich schließlich am neuen Biegezentrum arbeiten.
Im Oktober 2024 sprachen alle Vorarbeiter darüber, dass drei Kollegen in höhere Lohngruppen eingestuft werden sollten. Leider verzögerten die Arbeitgeber diese Entscheidung. Im Mai wurde ich in die Lohngruppe D (Anfangsfach) eingestuft, aber dies geschah nach dem alten Lohnsystem, nicht nach dem neuen, das ab 2025 gelten sollte und eine Erhöhung von 1,5 % vorsieht. Der Betriebsrat setzte eine Frist, und es kam zu einer Anklage, die von der IG Metall unterstützt wurde.
Seit meiner Krankschreibung aufgrund einer tiefen Verletzung habe ich, dass es hauptsächlich um das Hören geht, anstatt um meine bisherigen Leistungen.
All diese Erfahrungen lassen mich darüber nachdenken, ob ich den richtigen Beruf gewählt habe.
Der von mir verfasste Text ist leider kein Einzelfall. Ich möchte auf politischer Ebene mehr Bewusstsein schaffen, da viele Menschen und Politiker nicht ausreichend informiert sind – eine Erkenntnis, die ich aus eigener Erfahrung gewonnen habe. Hörgeschädigte Menschen stehen oft vor großen Schwierigkeiten, eine Arbeit zu finden oder zu behalten. Daher setze ich mich aktiv für Verbesserungen ein.





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