Diese Folge fängt mit Weihnachtsvorfreude an und hört bei der Frage auf, ob Geld glücklich macht. Dazwischen passiert eine ganze Menge: Rauhnächte, ein Geburtstag am Meer, Eifersucht, zweite Chancen und eine Diskussion über Tradwives, bei der Vanessa Mai und Lola Weippert sich nicht in allem einig sind. Genau das macht sie für mich sympathisch.

Rauhnächte und 13 Wünsche
Eine der beiden hat einen Rauhnächte-Kalender herausgebracht. Rauhnächte sind die zwölf Nächte von Weihnachten bis zum 5. Januar. Draußen ist es dunkel, viele haben frei, alles wird ruhig. Deshalb sagt man, dass man in dieser Zeit am besten für das ganze Jahr manifestieren kann. Zur Tradition gehören 13 Wünsche. Zwölf stehen für die Monate und werden abgegeben, zum Beispiel verbrannt. Der dreizehnte bleibt übrig, und den muss man selbst erfüllen. Ich finde die Idee schön, weil sie einem einen kleinen Auftrag mitgibt.
Lustig fand ich, wie verschieden die beiden mit ihren Wünschen umgehen. Die eine verrät nichts, weil sie Angst hat, dass die Energie sonst verpufft. Die andere sagt sie anderen, weil das ein bisschen Druck macht. Die Antwort der beiden: Beides geht, Hauptsache, man tut etwas.
Geburtstag am Meer
Zum Geburtstag Anfang Mai soll es nach Nizza gehen, mit Andreas und der Mutter. Gewünscht sind ein gutes Restaurant, danach eine schöne Strandbar zum Reinfeiern und auf keinen Fall eine Club-Party. Am nächsten Tag geht es aufs Boot, dann gibt es Essen am Strand und den Sonnenuntergang. Dabei kommt eine Geschichte vom Glaskajak: Andreas hatte solche Angst, dass sie nach zehn Metern umkehrten. Ich konnte mir sein Gesicht gut vorstellen.
Ein Besuch im Stripclub
Das war der nachdenklichste Teil. Nach einem Job in Amsterdam ist eine der beiden mit einem Kumpel zum ersten Mal in einem Stripclub gelandet. Sie fand es ganz schlimm und weiß bis heute nicht, was sie davon halten soll. Ihr gingen viele Fragen durch den Kopf: Machen die Frauen das freiwillig? Werden sie gut behandelt? Beschützt sie jemand? Was passiert in den Nebenräumen?
Die andere sagt: Wenn etwas freiwillig passiert, dann don’t judge. Sie kann sich vorstellen, dass es Läden gibt, die gut auf alles achten, und Frauen, die das gern machen. Beantworten kann das am Ende nur die Frau selbst. Die erste glaubt trotzdem, dass die wenigsten in dieser Branche arbeiten, weil sie es wirklich wollen. Einig sind sich beide darin, dass es Schattenseiten auch woanders gibt, im Leistungssport zum Beispiel oder im Ballett. Auch dort kann der Druck Menschen ein Leben lang belasten.
Älterwerden und Kommentarspalten
Beide wollen nichts an sich machen lassen. Sie finden, dass Frauen beim Älterwerden gerade in ihrem Job viel mehr bewertet werden als Männer. Ein Gesicht darf ruhig zeigen, dass man gelebt hat. Ehrlich fand ich, dass sie auch über ihre eigene Rolle sprechen: Sie wissen, dass sie vom Pretty Privilege profitieren, und fragen sich, ob sie ohne ihr Aussehen dort wären, wo sie sind. Wenn die Stelle einmal wegfällt, würden sie etwas anderes finden. Eine der beiden würde gern wieder mit Menschen mit Behinderung arbeiten oder als Innenausstatterin.
Dann geht es um die Kommentare unter ihren Bühnenauftritten. Wer in Bikini und Jeans singt, liest schnell, es laufe wohl nicht mehr. Die Sängerin lacht darüber, denn sie steht gern so auf der Bühne. Dazu sagt sie:
Diejenigen, die da ihren Bullshit bei dir in der Kommentarspalte ablassen, das sagt so viel über deren Probleme und deren Struggles aus.
Eifersucht, zweite Chancen und Ex-Freunde
Ist Eifersucht ein Liebesbeweis? Die klare Antwort lautet Nein. Sie entsteht, wenn jemand Grenzen überschreitet oder das Vertrauen verletzt, und manchmal auch aus der eigenen Prägung. Eine der beiden war mit Männern zusammen, bei denen sie gar nicht eifersüchtig war, und mit anderen, bei denen das ganz anders lief.
Bei den zweiten Chancen sagen beide: Es kommt darauf an, wie die erste verspielt wurde. Ein ausgeplaudertes Geheimnis lässt sich klären. Wer jemanden aufs Bitterste anlügt oder betrügt, bekommt keine zweite Chance. Wichtig ist auch, ob die Person den Fehler selbst zugibt. Beim Spruch „Once a cheater, always a cheater“ sind sie sich nicht einig. Die eine glaubt, dass Menschen sich ändern können, und hält sich selbst für fast zu naiv. Die andere hat Freunde aussortiert, die sie hinter ihrem Rücken belogen haben. Mit dem Ex befreundet zu bleiben, nennen sie eine Red Flag, es sei denn, es gibt Kinder oder einen gemeinsamen Hund. Meistens ist Schluss, sobald ein neuer Partner auftaucht.
Tradwives, Selbstliebe und Geld
Die Frage, ob eine Tradwife feministisch sein kann, nennen sie die schlimmste, die sie je im Podcast hatten. Die eine sagt Ja, wenn die Frau sich frei dafür entscheidet. Für sie ist Selbstbestimmung der Kern. Sie fragt auch, warum Haushalt und Kinder so abgewertet werden, obwohl das ein anstrengender Job ist. Die andere zweifelt, ob solche Beziehungen wirklich auf Augenhöhe sind. Wer unbezahlte Arbeit macht und vom Mann abhängig ist, kann im Zweifel nicht gehen. Ihre Mutter hat ihr deshalb vorgelebt: eigenes Konto, eigenes Geld, eigener Haushalt. Zur Verschleierung sagen beide, dass sie sich dazu erst mehr belesen müssten. Zwang sei ein No-Go, und Feministin könne man unabhängig vom Aussehen sein.
Auch beim Spruch „Everything happens for a reason“ sind sie vorsichtig. In einem behüteten Leben könne man das so sehen, aber für Menschen, die Schreckliches erlebt haben, sei er schlimm. Und muss man sich zuerst selbst lieben, um andere zu lieben? Eine der beiden sagt Nein, denn man brauche Menschen, die einem die Augen leihen, um sich so zu sehen, wie andere einen sehen. Die andere findet ein Bild dafür, das mir gut gefallen hat: Früher war ihre Selbstliebe ein Sieb, und alle Liebe fiel durch. Erst als sie daraus eine Schale gebaut hatte, konnte die Liebe bleiben.
Zum Schluss geht es ums Geld. Kaufen kann man Glück nicht, meinen sie, gerade das Wichtigste nicht. Geld nimmt aber Druck und Sorgen. Eine erzählt von einem Stamm in Namibia ohne Geld, der auf sie glücklicher wirkte als viele Menschen in Deutschland. Dankbarkeit erdet, sonst wird plötzlich alles zum Problem, wo gar keins ist. Passend dazu fällt der Satz, den ich mir gemerkt habe:
Der Richtige wird dich nicht zweifeln lassen.
Mein Fazit
Mir hat gefallen, dass die beiden nicht so tun, als hätten sie auf alles eine Antwort. Fast bei jedem Thema sagen sie, dass es tausend Varianten gibt und dass sie nur von ihrer eigenen Erfahrung reden. Am meisten mitgenommen habe ich den Teil über Kommentarspalten. Was Fremde schreiben, sagt oft mehr über sie selbst aus als über mich. Am Ende gibt es noch eine Schwäbisch-Ecke: „Umeinander rumschlabeln“ heißt, liebevoll miteinander zu flirten. Das Wort muss ich mir merken. Wer gern über Beziehungen und Rollenbilder nachdenkt, sollte hineinhören.
🎧 Daten zur Folge
Podcast „Schön laut“ mit Vanessa Mai und Lola Weippert
Folge 30 · Erschienen am 27. Oktober 2026
Anhören: Apple Podcasts · Spotify
Rechte: Dieser Beitrag ist meine persönliche Zusammenfassung und Meinung. Alle Rechte am Podcast liegen bei Vanessa Mai, Lola Weippert und sevenone audio. Zitate sind kurze Ausschnitte, die ich zur Besprechung verwende (Zitatrecht, § 51 UrhG).





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