Ich trade als Scalper: kleine Ziele, kurze Trades, meistens EUR/USD. Hier schreibe ich auf, wie ich richtig trade: zur richtigen Zeit, in die richtige Richtung und immer mit Stop-Loss. Ich habe gelernt, dass Disziplin wichtiger ist als jedes einzelne Signal.
Hinweis: Das ist meine persönliche Arbeitsweise und keine Anlageberatung. CFDs sind riskant, man kann schnell Geld verlieren.
Meine 5 festen Regeln
Diese Regeln gelten bei jedem Trade. Keine Ausnahme, auch nicht „nur dieses eine Mal“.
- Stop-Loss und Take-Profit sofort beim Einstieg setzen. Ein Trade ohne Stop ist kein Trade, sondern ein Risiko ohne Ende.
- Höchstens 1–2 % Risiko pro Trade. Bei 1000 € Konto sind das 10 bis 20 €, die man im schlimmsten Fall verliert.
- Nie im Verlust nachkaufen. Wenn der Markt gegen mich läuft, war die Idee falsch. Der Stop entscheidet, nicht die Hoffnung.
- Nur traden, wenn der Spread klein ist. Bei EUR/USD unter 1 Pip. Kein Handel am Wochenende, nachts oder kurz vor wichtigen Nachrichten.
- Gewinn mindestens so groß wie das Risiko (CRV ab 1). Zum Beispiel TP 25 Pips und SL 15 Pips, nicht umgekehrt. Und „Einmal antippen & traden“ bleibt aus, damit kein Trade aus Versehen passiert.
Merksatz: Erst schützen, dann verdienen.
Die Handelszeiten: warum sie so wichtig sind
Der Devisenmarkt läuft fast rund um die Uhr. Aber er ist nicht immer gleich. Je nachdem, welche große Börsenstadt gerade arbeitet, gibt es mehr oder weniger Händler, mehr oder weniger Bewegung und einen kleineren oder größeren Spread.
| Session | Ungefähre Zeit (Berlin) | Was passiert |
|---|---|---|
| Tokio (Asien) | ca. 01:00 – 10:00 | Ruhig, kleine Spannen. EUR/USD läuft oft seitwärts. |
| London (Europa) | ca. 09:00 – 18:00 | Viel Volumen, kleiner Spread. Oft wird hier die Richtung des Tages gesetzt. |
| New York (USA) | ca. 14:30 – 23:00 | US-Daten um 14:30, starke Bewegungen. Setzt London fort oder dreht dagegen. |
| London + New York | ca. 14:30 – 17:30 | Die stärkste Zeit des Tages, aber auch die schnellste. |

Die Zeiten sind ungefähr. Bei der Zeitumstellung (Sommer/Winter) verschieben sie sich um eine Stunde.
Warum ich die Handelszeiten auf den Chart lege
- Volumen: In London und New York handeln viele große Banken. Dann sind die Bewegungen „echt“ und Signale funktionieren besser.
- Spread: Nachts und am Wochenende ist der Spread viel größer. Für einen Scalper mit kleinem Ziel ist das tödlich.
- Richtungswechsel: Beim Wechsel von einer Session zur nächsten dreht der Markt oft. Wer die Zeiten sieht, ist nicht überrascht.
- Planung: Ich kann nur in meinen Pausen traden. Mit den Sessions auf dem Chart sehe ich sofort, ob meine Pause in eine gute Zeit fällt.
In TradingView zeige ich die Sessions als farbige Boxen. So sehe ich auf einen Blick: Wo hat London angefangen? Wo steht der Preis jetzt im Vergleich?
Die Richtung aus den Sessions lesen
Jede Session erzählt eine kleine Geschichte. Wenn ich sie lese, weiß ich, ob ich eher kaufe (Long) oder verkaufe (Short).

Schritt 1: Was hat London gemacht?
- Fällt der Preis in London deutlich: London ist bärisch.
- Steigt er deutlich: London ist bullisch.
- Bleibt er in einer engen Spanne: seitwärts, dann lieber Finger weg.
Schritt 2: Wie reagiert New York?
- New York setzt fort: London bärisch, New York fällt weiter. Dann bleibe ich bei Short.
- New York dreht leicht: London bärisch, New York leicht bullisch. Das ist oft eine Gegenbewegung (Erholung). Longs nur kurz und vorsichtig, oder ich warte, bis die Erholung endet, und verkaufe dann wieder.
- Um 14:30 kommen US-Daten. Kurz davor und kurz danach trade ich nicht, weil der Preis springen kann.
Beispiel
| Zeit | Session | Bewegung | Was ich daraus mache |
|---|---|---|---|
| Vormittag | London | Deutlich nach unten (bärisch) | Tagesrichtung eher Short |
| Nachmittag | New York | Leicht nach oben (bullisch) | Erholung, kein neuer Trend. Ich warte auf das Ende der Erholung. |
| Abend | Spätes New York | Wieder leicht runter | Short war richtig. Gewinn mitnehmen, nicht gierig werden. |
Regeln für mich als Scalper
- Mit der London-Richtung handeln, solange sie nicht klar gebrochen ist.
- Gegenbewegungen in New York nicht jagen. Sie sind oft kurz.
- Seitwärts = Pause. Kein Trend, kein Trade.
- Im Zweifel nichts tun. Ein verpasster Trade kostet 0 €.
Zwei Charts: 15 Minuten für den Überblick, 1 Minute für den Einstieg
Ich habe zwei Charts übereinander. Jeder hat eine klare Aufgabe.
Oben: 15-Minuten-Chart = die Richtung
- Liegt der Preis unter den gleitenden Durchschnitten (MA 50 und MA 200) und zeigen sie nach unten: bärisch, nur verkaufen.
- Liegt er darüber und sie zeigen nach oben: bullisch, nur kaufen.
- Mein Dashboard zeigt den Trend direkt an. Steht dort BÄRISCH, suche ich nur Shorts.
Unten: 1-Minuten-Chart = der genaue Moment
- Hier warte ich auf mein Signal (z. B. EMA-9/21-Kreuzung aus meiner Pine-Strategie).
- Ich nehme nur Signale in Richtung des 15-Minuten-Trends.
Die Entscheidung: Kaufen oder verkaufen?
| 15 Minuten (oben) | 1 Minute (unten) | Was ich tue |
|---|---|---|
| Bärisch | Verkaufssignal | Verkaufen (Short) |
| Bärisch | Kaufsignal | Nichts tun, warten |
| Bullisch | Kaufsignal | Kaufen (Long) |
| Bullisch | Verkaufssignal | Nichts tun, warten |
| Seitwärts | egal | Nichts tun |
Nur wenn beide Charts dasselbe sagen, wird getradet.
Die richtige Positionsgröße bei EUR/USD
Bei EUR/USD bringt 1 Pip bei 1000 Einheiten ungefähr 0,08 €. Damit rechne ich mein Risiko vorher aus. Beispiel mit TP 25 Pips und SL 15 Pips:
| Einheiten | Verlust beim Stop | Gewinn beim Ziel |
|---|---|---|
| 1000 | ca. −1,20 € | ca. +2,00 € |
| 1500 | ca. −1,80 € | ca. +3,00 € |
| 2000 | ca. −2,40 € | ca. +4,00 € |
| 2500 | ca. −3,00 € | ca. +5,00 € |
Werte gerundet; der genaue Betrag hängt vom Euro-Dollar-Kurs ab.
So steigere ich mich
- Start mit 1000 Einheiten. Erst Erfahrung sammeln.
- Nach 10 Trades mit Regeln und Konto im Plus: auf 1500.
- Dann 2000, dann 2500. Nie mehr als 1–2 % Risiko pro Trade.
- Nach 3 Verlusten hintereinander: zurück auf die kleinere Größe und Pause für den Tag.
Traden neben der Arbeit
Ich arbeite und kann nur in meinen Pausen und nach Feierabend auf den Markt schauen. Deshalb gilt:
- Jeder Trade hat Stop und Ziel, bevor ich zurück an die Arbeit gehe.
- Kein Trade in den letzten 5 Minuten der Pause. Sonst muss ich ihn unbeobachtet laufen lassen.
- Alarme (Uhr mit Vibration) sagen mir, wenn TP oder SL erreicht ist.
- Meine Pine-Strategie hat einen Handelszeit-Filter: Außerhalb meiner Zeitfenster wird der Chart grau und es kommen keine Signale. So werde ich nicht in Versuchung geführt.
Checkliste vor jedem Trade
- Bin ich in einem meiner Handelsfenster?
- Ist der Spread unter 1 Pip?
- Keine wichtigen Nachrichten in den nächsten 15 Minuten?
- Was hat London gemacht: bärisch, bullisch oder seitwärts?
- 15-Minuten-Chart zeigt eine klare Richtung?
- 1-Minuten-Signal zeigt in dieselbe Richtung?
- Stop-Loss und Take-Profit sind gesetzt (CRV ab 1)?
- Risiko höchstens 1–2 % vom Konto?
- Ich kaufe nicht nach, um einen Verlust zu retten?
Nach jedem Trade schreibe ich in mein Trade-Tagebuch: Datum, Markt, Long/Short, Einheiten, Einstieg, SL, TP, Ergebnis, was London und New York gemacht haben, ob ich die Regeln eingehalten habe und was ich daraus lerne.
Jeder Trade nach Regeln ist ein Gewinn, auch wenn er mal im Minus endet.
Haftungsausschluss
Keine Anlageberatung. Dieser Beitrag zeigt nur meine persönlichen Erfahrungen und meine eigene Arbeitsweise. Er ist keine Anlageberatung, keine Empfehlung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten.
Trading ist immer riskant. CFDs sind komplexe Produkte mit Hebel. Man kann schnell Geld verlieren, auch mehr als geplant. Ein Großteil der Privatanleger verliert beim CFD-Handel Geld. Handle nur mit Geld, dessen Verlust du dir leisten kannst.
Keine Haftung. Ich übernehme keine Haftung für Verluste oder Schäden, die aus der Nutzung dieser Informationen entstehen. Alle Angaben ohne Gewähr. Zahlen, Zeiten und Beispiele sind vereinfacht und können sich ändern. Vergangene Ergebnisse sind keine Garantie für die Zukunft.
Eigene Verantwortung. Jede Entscheidung triffst du selbst. Informiere dich gut und frage im Zweifel eine unabhängige Fachperson.


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