Na, Keule, kurz hinsetzen. Du kommst ins Stadion, suchst noch deinen Platz, hast die Bratwurst noch nicht mal angebissen, und zack: 0:1. Nach 42 Sekunden! Da denkste dir: Dit wird heute nix. Und dann schießen die Jungs fünf Stück. Fußball, Leute. Dit Schönste, wat et gibt.

Ick hab dit Spiel wie immer im Bullenfunk verfolgt, mit Paul und Jonas am Mikro. Und am Ende stand et 5:2 für Leipzig gegen Augsburg. Zehnter Bundesliga-Heimsieg am Stück, sagt der Bullenfunk. Ick sag: Festung bleibt Festung, auch wenn mal einer über den Zaun klettert.
Der Kaltstart
Die Augsburger haben et ja neuerdings mit frühen Toren. Gegen Bayern ging’s nach acht Sekunden los, bei uns brauchten se immerhin 42. Willi Orbán, ausgerechnet an seinem Jubiläumstag, verschätzt sich beim Kopfball, und Anton Kade sagt danke. 0:1. Dit erste Gegentor im eigenen Stadion in dieser Bundesliga-Saison. Kurz danach hatte Augsburg sogar noch eins, aber da stand Ribeiro so klar im Abseits, dass sogar meine Oma die Fahne gehoben hätte.
Im Bullenfunk fiel dann der Satz des Tages: „Frühes Tor heißt auch immer, es ist noch viel Zeit.“ Und genau so isses gekommen.
Gruda macht den Straßenfußballer
Nach fünf Minuten Schockstarre hat Leipzig sich den Ball geholt und nicht mehr hergegeben. 65 Prozent Ballbesitz, Augsburg hinten drin wie Ölsardinen in der Dose. Und dann kam Brajan Gruda. Der Bullenfunk nannte ihn einen „Straßenfußballer im besten Sinne“, einen richtigen Zocker. Kann ick unterschreiben. Der Junge hat heute gedribbelt, als hätte er Kaugummi am Schuh, an dem der Ball festklebt.
34. Minute, 1:1: Gruda tanzt rechts durch, legt zurück, Ezechiel Banzuzi macht ihn rein. 35. Minute, 2:1: Gleich wieder Gruda, diesmal ein feiner Lupfer, und Christopher Nkunku nimmt den Ball volley. Zwei Tore in zwei Minuten, da haste nicht mal Zeit, dein Bier abzustellen.
Und kurz vor der Pause kam dit Ding, wofür man ins Stadion geht. 45. Minute, 3:1: Freistoß David Raum, gut 20 Meter, und der Ball fliegt an den Innenpfosten und rein. Freistoß aus dem Lehrbuch. Den hätte sich Tusche selbst nicht schöner zurechtlegen können.
Zweite Halbzeit: Schützenfest mit Ehrenrunde
60. Minute, 4:1: Baku, Raum, Nkunku, alles schön über die Stationen, und Rômulo muss nur noch den Fuß hinhalten. Dit ist sein Tor, ehrlich verdient, aber den Großteil der Arbeit haben die anderen gemacht. Is ja auch mal schön, wenn man nur noch einschieben muss.
Dann wurde gewechselt, und Christoph Baumgartner kommt rein. Der Mann ist im Moment so heiß, der könnte in der Kabine Eier braten. 66. Minute, 5:1: kurz nach der Einwechslung, Direktabnahme, kurze Ecke. Joker sticht, wie schon gegen Elversberg.
Und dann der Moment, wo einem warm ums Herz wird: Willi Orbán geht vom Platz, 400. Pflichtspiel für RB Leipzig, und dit ganze Stadion steht auf. Standing Ovations. Klar, dit 0:1 ging auf seine Kappe, aber 400 Spiele für einen Verein, dit schafft heute kaum noch einer. Respekt, Willi.
In der Nachspielzeit haben die Augsburger durch Uchenna Ogundu noch dit 5:2 gemacht. Ergebniskosmetik nennt man dit. Wie Lippenstift nach dem Boxkampf.
Mein Fazit
Wer nach 42 Sekunden hinten liegt und am Ende 5:2 gewinnt, der hat Charakter. Leipzig hat nicht die Nerven verloren, sondern einfach Fußball gespielt. Gruda mit zwei Vorlagen, Raum mit dem Freistoß des Tages, und die Joker stechen schon wieder. Laut Bullenfunk hat Leipzig jetzt 27 Tore nach neun Spieltagen, Vereinsrekord, und steht mit 18 Punkten auf Platz 3. Und Gruda ist für die Nationalmannschaft nominiert. Verdient, sag ick.
Jetzt ist erst mal Länderspielpause. Danach geht’s nach Berlin, zu Union an die Alte Försterei. Und da, Freunde, wird’s ungemütlich. Aber dit erzähl ick euch dann.
⚽ Daten zum Spiel
Bundesliga, 9. Spieltag · Samstag, 7. November 2026 · Red Bull Arena Leipzig
RB Leipzig – FC Augsburg 5:2 (3:1)
Tore: 0:1 Kade (1.), 1:1 Banzuzi (34.), 2:1 Nkunku (35.), 3:1 Raum (45., Freistoß), 4:1 Rômulo (60.), 5:1 Baumgartner (66.), 5:2 Ogundu (90.+)
Besonderes Vorkommnis: Augsburger Führung nach 42 Sekunden; 400. Pflichtspiel von Willi Orbán für RB Leipzig; zwei Vorlagen von Gruda
Gelbe Karten: 1 für Leipzig – 2 für Augsburg
Torschüsse: 18:11 · aufs Tor: 8:8 · Ecken: 2:2 · Ballbesitz: 65:35 %
Schiedsrichter: Daniel Schlager
Ich habe das Spiel im Bullenfunk verfolgt, dem Fanradio von RB Leipzig. Dieser Bericht ist meine persönliche Zusammenfassung in eigenen Worten. Statistiken: Sportradar.




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