Leserbrief: Der Innkai zahlt für das Laub der Stadt
Gepflasterte Uferstraße am Inn im Herbst mit Ufermauer, großem Baum mit Herbstlaub, pastellfarbenen Altstadthäusern und einer Kirche mit zwei Türmen im Hintergrund, leichter Nebel über dem Fluss
Herbst an der Uferstraße am Inn (Symbolbild) – Bild: mit KI erstellt (Gemini)

Zu meinem Bericht „Bauausschuss: Straßenreinigung wird teurer, Traglufthalle für den Tennis-Winter“ hat mir ein Leser geschrieben. Er war selbst in der Sitzung und wohnt am Innkai. Mit seiner Erlaubnis veröffentliche ich seinen Brief hier.


Ich war am 29. Oktober in der Sitzung des Bauausschusses und bin entsetzt über die Fotos, Übersichten und Begründungen, mit denen die Verwaltung die neuen Straßenreinigungsgebühren erklärt hat. Aus meiner Sicht geben sie die Lage am Innkai nicht richtig wieder.

Trotz fünfjähriger Diskussion kennen viele Stadträte nicht einmal den Unterschied zwischen der oft stark verschmutzten Innpromenade (Marienbrücke bis etwa zur Uni, also innaufwärts) und dem Innkai in der Altstadt (zwischen Marienbrücke und Ortspitze/Dreiflusseck, innabwärts).

Bei den Protesten und Diskussionen geht es allein um diese beliebteste Flaniermeile Passaus. Sie ist als einzige in der gesamten Altstadt in Klasse 4 eingestuft, mit dem geplanten Neunfachen der Gebühren von 2021. Dabei ist sie nicht die schmutzigste, sondern die sauberste. Nach meiner Beobachtung wurde sie noch nie siebenmal die Woche gereinigt, schon gar nicht sonntags. Müll gibt es keinen. Der „Schmutz“ besteht einzig und allein aus Laub, das zu über 95 Prozent von Bäumen, Sträuchern und Hecken auf öffentlichen Grundstücken stammt.

Über 50 Prozent der Frontmeter am Kai sind zudem städtische Liegenschaften, zum Beispiel die gesamte Ortspitze. Wir zwölf privaten Hauseigentümer zahlen also für deren Laub mit.

Geärgert hat mich auch: Der Innkai wurde in der zweistündigen Sitzung nur ein einziges Mal erwähnt, ganz nebenbei, und das in einer Art, die ich als unfair empfinde.

Für unser Einfamilienhaus mit Terrasse am Innkai sollen wir ab Januar im Jahr insgesamt 1.044 Euro zahlen, für eine Blas- und Kehraktion von nicht einmal zwei Minuten, jeweils montags und donnerstags.

Kurt Seul, Passau


Leserbriefe geben die Meinung des Verfassers wieder. Sie muss nicht mit meiner Meinung übereinstimmen. Der Brief wurde leicht gekürzt und sprachlich angepasst.

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