Meine Damen und Herren, wenn man ein Fußballspiel bestellen könnte wie eine Pizza, dann hätte man sich genau dieses bestellt: fünf Tore, Flutlicht, Haaland, ein Lattentreffer und ein Abseitstor in der Schlussphase. Nur der Belag war am Ende der falsche. RB Leipzig verliert gegen Manchester City 2:3 und war dabei mindestens auf Augenhöhe mit einer der besten Mannschaften Europas.

Gezeichnetes Bild: Fußballstadion bei Nacht im Flutlicht, Fans in Rot-Weiß und Hellblau, eine Pizza mit einem hellblauen Stück auf dem Rasen, ein Ball prallt von der Latte, ein Linienrichter hebt die Fahne, Anzeigetafel 2:3.
2:3 gegen City – Bild: mit KI erstellt (Gemini)

Ich habe das Spiel wie immer im Bullenfunk verfolgt. Mein Tipp vorher: 2:0 für Leipzig. Die zwei Leipziger Tore hab ich also richtig vorhergesagt. Über die drei auf der anderen Seite reden wir lieber nicht.

Die Festung bekommt einen Kratzer

45.228 Zuschauer in der Red Bull Arena, Champions League, Flutlicht. Leipzig kam mit einer Heimbilanz, die so sauber war wie eine frisch geputzte Küche: kein einziges Gegentor zu Hause in dieser Saison. Und City kam mit Haaland, Foden, Cherki und Donnarumma. Also ungefähr so, als würde zur Küchenparty jemand mit dem Laubbläser erscheinen.

Doch Leipzig hatte einen Plan. City schob den Ball hin und her wie ein Croupier die Jetons, 64 Prozent Ballbesitz am Ende, aber Haaland bekam in der ersten Halbzeit kaum Luft zum Atmen. Das Mittelfeld stand kompakt, und nach Ballgewinn ging es über Nusa, Baumgartner und Gruda schnell nach vorne. Donnarumma hatte gut zu tun.

Und dann die 37. Minute, ein Moment für die Sammlung „Fußball ist manchmal gemein“. O’Reilly bringt eine scharfe Hereingabe, und Castello Lukeba lenkt den Ball unglücklich ins eigene Tor. 0:1. Das erste Heimgegentor der Saison, und dann auch noch ein selbst gemachtes. Im Bullenfunk hieß es: „pures Pech“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Ping-Pong mit Weltklasse

Nach der Pause ging es dann zu wie beim Tischtennis im Jugendzentrum. 49. Minute, 1:1: El Aynaoui und Gruda kombinieren sich durch, Ridle Baku trifft aus spitzem Winkel gegen Donnarumma. Ein Dreieck, so schön, dass man es im Mathebuch abdrucken könnte.

58. Minute, 1:2: Flanke an den zweiten Pfosten, Enzo Fernández köpft ein. 61. Minute, 2:2: Antonio Nusa antwortet sofort, mit links, flach ins lange Eck. Drei Minuten Vorsprung, das ist bei Leipzig gegen City ungefähr so stabil wie ein Kartenhaus bei Durchzug.

Dann kam, was bei City irgendwann immer kommt: Erling Haaland. 78. Minute, 2:3: Vorlage Anderson, Haaland vollendet. Man kann diesen Mann eine Stunde lang gut verteidigen, und dann reicht ihm ein Augenblick. Er ist wie ein Steuerbescheid: Irgendwann landet er bei dir, ob du willst oder nicht.

Latte, Fahne, Feierabend

Leipzig warf danach alles nach vorne. David Raum zirkelte einen Freistoß an die Latte, und Brajan Gruda traf sogar noch einmal ins Netz. Doch die Fahne ging hoch, Abseits. Es war einer dieser Abende, an denen das Glück zwar im Stadion war, aber im falschen Block saß.

Ein Wermutstropfen kam von der Bank. Als die müden Beine von Nusa, Baumgartner und Baku raus mussten und unter anderem Nkunku, Henrichs und Seiwald kamen, hakte es vorne etwas. Im Bullenfunk fiel dazu ein schöner Satz: Der erste Anzug passe gerade richtig gut. Beim zweiten müssen wohl noch ein paar Knöpfe angenäht werden.

Mein Fazit

Eine Niederlage, die sich nicht wie eine anfühlt. Leipzig hatte 8 Schüsse aufs Tor, City 7. Zweimal kam RB nach Rückstand zurück, dazu Latte und Abseitstor. Gegen eine Mannschaft dieser Klasse war das ein Abend, auf den man stolz sein kann. Nur Punkte gibt es dafür leider keine.

In der Champions League bleibt Leipzig damit bei drei Punkten, da muss gegen Lens und Manchester United etwas kommen. Vorher aber geht es am Samstag in der Bundesliga gegen den FC Augsburg weiter, und für Willi Orbán könnte es das 400. Pflichtspiel werden. Zu Hause, wo die Festung bis heute Abend dicht war. Ein kleiner Kratzer ist keine Ruine.

⚽ Daten zum Spiel
UEFA Champions League, Ligaphase, 4. Spieltag · Mittwoch, 4. November 2026 · Red Bull Arena Leipzig
RB Leipzig – Manchester City 2:3 (0:1)
Tore: 0:1 Lukeba (37., Eigentor), 1:1 Baku (49.), 1:2 Enzo Fernández (58.), 2:2 Nusa (61.), 2:3 Haaland (78.)
Besonderes Vorkommnis: Erstes Leipziger Heimgegentor der Saison; Lattentreffer von Raum per Freistoß; Tor von Gruda wegen Abseits aberkannt
Gelbe Karten: 4 für Leipzig – 2 für City
Torschüsse: 13:15 · aufs Tor: 8:7 · Ecken: 5:3 · Ballbesitz: 36:64 %
Schiedsrichter: Marco Guida · Zuschauer: 45.228

Ich habe das Spiel im Bullenfunk verfolgt, dem Fanradio von RB Leipzig. Dieser Bericht ist meine persönliche Zusammenfassung in eigenen Worten. Statistiken: Sportradar.

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Mario Lee

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