Am Dienstag, 7. Juli 2026, hat sich der Jugendhilfeausschuss der Stadt Passau neu aufgestellt. Gleich in der ersten Sitzung gab es wichtige Beschlüsse: zu den Kita-Gebühren, zum Mittagessen in den Kitas und dazu, wie Kinder und Jugendliche in Passau mitreden können.

Ein besonderer Ausschuss

Der Jugendhilfeausschuss ist anders als die anderen Ausschüsse. Nur sechs Mitglieder kommen aus dem Stadtrat. Dazu kommen viele Vertreterinnen und Vertreter von Einrichtungen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, zum Beispiel Wohlfahrtsverbände, der Stadtjugendring und kirchliche Stellen. Zusammen mit der Verwaltung bildet der Ausschuss das Jugendamt. Das schreibt das Gesetz so vor.

Das Jugendamt hat rund 160 Mitarbeitende. Es kümmert sich unter anderem um Pflegefamilien, um unbegleitete minderjährige Geflüchtete, um Jugendarbeit wie das Jugendzentrum Zeughaus und um die städtischen Kitas.

Kita-Gebühren steigen

Ein Kita-Platz kostet die Stadt im Jahr zwischen 10.000 und 15.000 Euro. Die Eltern zahlen davon nur einen kleinen Teil. Für fünf bis sechs Stunden am Tag sind es in städtischen Kitas bisher rund 132 Euro im Monat. Bei anderen Trägern sind es bis zu 202 Euro. Die städtischen Kitas machen ein Minus von über einer Million Euro im Jahr.

Deshalb sollen die Gebühren steigen und sich den anderen Trägern annähern. Familien mit wenig Geld sollen aber nicht darunter leiden. Bei ihnen übernimmt die Stadt die Beiträge ganz oder teilweise. Schon heute bekommen rund 700 Kinder diese Hilfe. Die Erhöhung wurde mit Mehrheit beschlossen. Einige hatten Bedenken, weil ihnen genaue Zahlen fehlten.

Wie es mit den Kita-Gebühren im Herbst weiterging, steht in meinem Bericht über das „Passauer Modell“.

Mittagessen in den Kitas

Das Mittagessen für die Kitas wurde neu ausgeschrieben. Dabei zählte nicht nur der Preis. Wichtig waren auch regionale und saisonale Zutaten, vegetarische Gerichte und dass die Firma nach Tarif bezahlt. Den Zuschlag bekam ein Anbieter, der Vertrag läuft bis Ende 2026. Einstimmig beschlossen.

Wie Jugendliche mitreden sollen

Schon heute werden Jugendliche bei manchen Projekten direkt gefragt, zum Beispiel beim Umbau des Bike-Parks oder bei Skatepark-Events. Jetzt soll es ein richtiges Konzept geben, und zwar bis Anfang 2027.

Einen festen Jugendbeirat mit Wahlen will der Ausschuss aber nicht. Das wurde einstimmig abgelehnt. Die Begründung: Solche starren Gremien funktionieren wie bei den Erwachsenen. Damit erreicht man oft nur die Jugendlichen, die ohnehin aktiv sind. Die Beteiligung soll lieber flexibel sein: bei einzelnen Projekten, digital, im eigenen Stadtteil oder bei offenen Treffen. Eine Projektgruppe soll das Konzept ausarbeiten. Außerdem gibt es jetzt eine kinder- und jugendpolitische Sprecherin als direkte Ansprechpartnerin. Auch das wurde einstimmig beschlossen.

Ein Weg der Kinderrechte

Statt eines einzelnen „Platzes der Kinderrechte“ plant die Stadt einen ganzen „Weg der Kinderrechte“ durch Passau. Die Grundschulen sollen mitmachen, zum Beispiel mit einem Malwettbewerb. Fertig sein soll der Weg 2027 oder 2028.

Weitere Informationen

  • Für die Kitas soll es einen digitalen Bedarfsplaner geben, in den alle Träger eingebunden werden.
  • Bei der Tagespflege gibt es ein neues Konzept für die Vertretung, wenn eine Tagesmutter ausfällt.
  • Die Geburtenzahlen in Passau sind stabil. In den Randlagen werden etwas weniger Kita-Plätze gebraucht.

Bericht über die öffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses vom 07.07.2026. Maßgeblich sind die offiziellen Sitzungsniederschriften der Stadt.

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